Der Swingerclub Element6 mit seiner Installation in der Wiener Secession (die Wiener Secession war eine Vereinigung bildender Künstler in Wien um 1900) erregte nicht nur den Hormonspiegel der Besucher, sondern auch so etliche Gemüter diverser hoher Herren. Denn im Rahmen der Ausstellung “Raum für Körperkultur” ist ein Swingerclub in diese Räumlichkeiten eingezogen. Nachdem die Secession auch öffentliche Förderungen erhält, und die Österreicher hier ein wenig prüde zu sein scheinen, gibts nun große Aufregung in Österreich.
Der Wiener Bürgermeister meinte zur Presse, dass er alles andere erfreut sei. Ähnlich sehen es die anderen politischen Parteien. Selbst bei uns hier im Ausland hat diese Ausstellung für Erwähnung in der Presse gesorgt. Der Kopf hinter der Aufregung ist der Schweizer Künstler Christoph Büchel. Büchel möchte aufregen mit seiner Installation, so wie es wohl jeder Künstler gerne täte – ihm ist es gelungen. Die Sexorgien dürften nur in den Blätter der Zeitungen stattfinden, in Wirklichkeit ist in der Secession ein Swingerclub installiert, jedoch sind die Gäste mehr als zurückhaltend und gucken lieber nur mal.
Der Blog Eminenz berichtet über den Swingerclub der Wiener Secession:
Das Motto des Swingerclubs – “Wir schaffen Raum für Sexkultur” – ist vom Publikum am ersten Abend nicht angenommen worden. Viele schlichen durch die Separees und haben sich das Ganze “nur mal angeschaut”. Club-Besucher kritisierten die gewisse Distanz des Publikums, die in anderen Swinger-Clubs nicht zu spüren sei. Doch ist hier überhaupt intentiert, dass es “zugeht” wie in einem echten Swinger-Club?
Der Blog Zeitgedanken ist entsetzt über den Swingerklub in der Secession!
Nur was musste ich gestern erfahren? Aus der Secession, auch wenn nur für einige Wochen/Monate, wird Nächtens daraus ein Swinger Club. Ich bin entsetzt und das noch von unseren Steuergeldern gesponsert (Laut Management der Secession sind „kaum“ Steuergelder dafür aufgewendet worden – nur was kann man sich unter „kaum“ vorstellen?). Was für ein Frevel.
Journaldevotion ist aufgeschlossen, sieht jedoch keinen Sinn in dieser Aktion und dass Gustav Klimt, einer der Gründer der Wiener Secession vorgeschoben wird:
Nun frage ich mich aber WO liegt die Kunst in diesem Projekt?
Ist es Kunst einen Swingerclub in die Wiener Secession zu verlegen?
Mich stört nur daran das man Gustav Klimt dafür vorschiebt….
in diversen Tageszeitungen schrieb man er sei pornografisch
veranlagt gewesen sein.
Ich sehe in keiner seiner Gemälde etwas pornografisches darin.
Andreas Unterberger sieht die Kunst in einer Krise und sieht viel Filz – auch in der Wiener Secession.
Aber vielleicht ist sowohl die bildende wie die schreibende wie die komponierende wie die darstellende Kunst derzeit in einer schweren Sinnkrise (und kann sich nur noch durch den Gang ins Bordell retten – ob in der Secession oder im Burgtheater), während es lediglich beim Tanz und in der Architektur spannende und relevante Neuentwicklungen gibt.
